13. November 2025

Wieder unbeschwert sitzen

Wieder unbeschwert sitzen

Frühzeitig erkannt, lassen sich Hämorrhoiden mit einfachen Massnahmen oft gut selbst behandeln. Hier finden Sie praktische Tipps.

(Text: Dr. med. Nicole Schwan, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, Medbase Abtwil)

Ausreichend trinken

Abhängig von der Körpergrösse sollten gesunde Erwachsene im Durchschnitt täglich 1,5 bis 2,5 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen (Richtwert: 30 bis 35 ml pro kg Körpergewicht). Wasser, unge-süsster Kräutertee oder verdünnte Fruchtsäfte halten den Darm in Schwung. Bei Hitze oder körperlicher Aktivität darf es etwas mehr sein. Ausreichend Flüssigkeit unterstützt die Darm-funktion und fördert eine regelmässige Verdauung. Vorsicht bei bestimmten Erkrankungen: Menschen mit Herz- oder Niereninsuffizienz müssen gegebenenfalls weniger trinken. Holen Sie ärztlichen Rat ein.

Ballaststoffreich essen

Ballaststoffe leisten einen wichtigen Beitrag für Ihre Darmgesundheit: Sie quellen im Darm auf, regen die Bewegung des Darms an und dienen den guten Darmbakterien als Nahrung. Besonders ballaststoffreich sind Vollkornprodukte, frisches Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst; sie eignen sich für jede Mahlzeit.

Verstopfung sanft behandeln

Beugen Sie Verstopfung vor, indem Sie ausreichend trinken und sich ausgewogen ernähren. Tritt dennoch Verstopfung auf, hilft ein mildes, gut verträgliches Abführmittel. Bewährt haben sich Mittel auf Basis von Quellstoffen wie Flohsamen. Ebenfalls geeignet sind Präparate wie Lactulose oder Macrogol. Diese erhöhen den Wassergehalt im Darm, wodurch der Stuhl weicher wird.

Aktiv bleiben

Bewegung ist auch für den Darm gut. Schon kleine Bewegungseinheiten im Alltag regen die Verdauung an. Besonders geeignet sind Aktivitäten wie Wandern, Nordic Walking, Schwimmen oder Gymnastik. Sportarten mit Hüpf-, Spring- oder Aufprallbewegungen hingegen können den Beckenboden belasten und die Beschwerden verstärken.

VerdauungsstörungsCheck in Ihrer Medbase Apotheke

Leiden Sie unter Blähungen, Verstopfung oder Hämorrhoiden? Beim VerdauungsstörungsCheck führt eine spezialisierte Apothekerin oder ein spezialisierter Apotheker mit Ihnen ein vertieftes
Anamnesegespräch. Je nach Befund erhalten Sie die Medikamente vor Ort oder werden an Ihre Hausarztpraxis überwiesen.


Jedes Kilo zählt

Ein gesundes Körpergewicht ist hilfreich, um Hämorrhoiden vorzubeugen, denn jedes Kilo belastet den Beckenboden zusätzlich. Setzen Sie bei der Gewichtsreduktion auf langfristige Veränderungen statt auf radikale Diäten. Das führt zwar langsamer zum Ziel, wirkt dafür aber nachhaltiger.

Sanft reinigen

Eine milde und sorgfältige Reinigung beugt Reizungen und Entzündungen vor. Verwenden Sie weiches Toilettenpapier, das Sie mit lauwarmem Wasser anfeuchten. Das schont die sensible Haut im Analbereich. Verzichten Sie auf starkes Reiben oder aggressive Reinigungsmittel, da diese den Juckreiz oder das Brennen verstärken können.

Stuhlgang ohne Pressen

Ein weicher Stuhl erfordert kein starkes Pressen und erleichtert den Toilettengang. Trinken Sie morgens direkt nach dem Aufstehen ein Glas stilles, lauwarmes Wasser. Das entspannt den Magen-Darm-Trakt, regt die Darmbewegung an und hält den Stuhl weich. Auch ein Toiletten-hocker, also eine Art Fussschemel, kann hilfreich sein. In der natürlichen Hockhaltung entspannt sich der Beckenboden, und der Darm ist nicht geknickt. Das erleichtert die Entleerung. Bei festerem Stuhl den Kopf so weit wie möglich zur Seite drehen und mit gespitzten Lippen ausatmen. So fällt die Ausscheidung leichter, ohne dass sich der Druck im Bauchraum erhöht.

Stuhldrang nicht unterdrücken

Wird der natürliche Stuhldrang häufig unterdrückt, liegt der Stuhl länger im Darm und kann sich verhärten. Das erschwert die Entleerung und erhöht das Risiko für eine chronische Verstopfung.

Ärztlichen Rat einholen

Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie an Verstopfung leiden oder Hämorrhoiden haben. Sie können einschätzen, ob eine Selbstbehandlung ausreicht oder eine gezielte medizinische Therapie erforderlich ist. In jedem Stadium lässt sich der Heilungsverlauf durch eigene Massnahmen positiv beeinflussen. Je früher Sie mit der Behandlung beginnen, desto besser sind die Erfolgsaussichten.

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