25. Juni 2026

Viren: Was das Lymphsystem leistet

Viren: Was das Lymphsystem leistet

Wie die Mandeln und die Milz zählen auch die Lymphknoten zum lymphatischen System. Als wichtige Schaltstellen der Immunabwehr helfen sie dem Körper, Krankheitserreger zu erkennen und zu bekämpfen.

(Text: Corinna Hermann Geschäftsführende Apothekerin, Medbase Apotheke Herisau)

Das Lymphsystem ist Teil des Immunsystems. Es besteht aus Lymphgefässen, Lymphknoten, Organen wie Milz, Thymus und Mandeln sowie lymphati schem Gewebe. Die Hauptknotenpunkte liegen am Hals, im Bauch, unter den Achseln und in der Leiste.

Filterstationen der Immunabwehr

Über die Lymphgefässe wird überschüssige Gewebe flüssigkeit zu den Lymphknoten und lymphatischen Organen transportiert. Dort wird sie gefiltert und anschliessend wieder in den Blutkreislauf zurück geführt. Im Körper befinden sich 600 bis 700 Lymph knoten. Die nur wenige Millimeter kleinen Filter stationen sind vor allem im Kopf-Hals-Bereich, in den Achselhöhlen, im Bauchraum und in der Leiste konzentriert. Als wichtige Schaltstellen der Immun abwehr kontrollieren sie die Lymphflüssigkeit auf Krankheitserreger und Fremdstoffe.

Das Lymphsystem transportiert täglich zwei bis drei Liter überschüssige Gewebeflüssigkeit ab. Ist der Abfluss gestört, kann sich Flüssigkeit im Gewebe an sammeln. Die Folge sind Schwellungen, sogenannte Lymphödeme.

Therapie bei Lymphödemen

Lymphödeme zeigen sich meist an Armen, Beinen oder am Rumpf. Je früher sie erkannt werden, desto besser lassen sich Beschwerden lindern und Folge schäden vorbeugen. Zur Abklärung stehen verschie dene Untersuchungsmethoden zur Verfügung, dar unter Ultraschall und andere bildgebende Verfahren. Die Behandlung erfolgt in der Regel zunächst konser vativ – etwa mit manueller Lymphdrainage, Kompres sionstherapie mittels Stützstrümpfen oder Bewegung. Verschiedene pflanzliche und homöopathische Mittel aus der Apotheke wie Salben oder Tropfen können das Lymphsystem zusätzlich unterstützen. Operative Massnahmen werden erst geprüft, wenn die konser vativen Methoden nicht ausreichend helfen.

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Lymphproblemen vorbeugen

In Bewegung bleiben: Schwimmen, Walken oder Treppensteigen bringen den Lymphfluss sanft in Schwung.
Ausreichend trinken: Wasser unterstützt den Abtransport von Stoffwechselprodukten. 
Wechselduschen anwenden: Kalte Güsse oder Wasser treten nach Kneipp können die Durchblutung anregen und das Wohlbefinden fördern.
Bewusst essen: Gemüse, Früchte, Kräuter, Keimlinge und Nüsse tun gut. Salz, Zucker, Weissmehl und stark verarbeitete Lebensmittel besser reduzieren.
Massagen nutzen: Manuelle Lymphdrainagen durch Fachpersonen oder sanfte Trockenbürstenmassa gen können den Lymphfluss anregen.

Geschwollene Lymphknoten richtig einordnen

Gelangen Krankheitserreger in den Körper, wird die Abwehr in den Lymphknoten aktiv. Dabei können sie anschwellen. Besonders gut tastbar sind die ober flächlichen Lymphknoten am Hals, in den Achsel höhlen, in der Leiste und in den Kniekehlen.

In den meisten Fällen sind geschwollene Lymph knoten eine normale Reaktion auf Infektionen und bilden sich von selbst wieder zurück. Bei Kindern treten vergrösserte Halslymphknoten bis zu einer Grösse von zwei Zentimetern häufig im Zusammen hang mit Erkältungen oder anderen Infekten der oberen Atemwege auf. Das ist meist harmlos und zeigt, dass das Immunsystem arbeitet. Bleibt die Schwellung länger als drei Wochen bestehen, sollte sie ärztlich abgeklärt werden.

Geschwollene Lymphknoten als Warnzeichen

In seltenen Fällen können hinter geschwollenen Lymphknoten ernsthafte Ursachen wie Krebs- oder Autoimmunerkrankungen stecken. Eine ärztli che Abklärung ist insbesondere ratsam, wenn die Schwellung ohne erkennbare Infektion auftritt, länger anhält oder von weiteren Beschwerden wie Fieber, Nachtschweiss, ungewolltem Gewichtsverlust oder anhaltender Müdigkeit begleitet wird. Auch sehr harte, schlecht verschiebbare oder rasch wachsende Lymphknoten sollten untersucht werden.

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