05. Juni 2026

Sommer, Sonne, Scheidenpilz

Sommer, Sonne, Scheidenpilz

Wärme und Feuchtigkeit bringen das Gleichgewicht der Vaginalflora ins Wanken. Vermehren sich Hefepilze zu stark, kann Vaginalpilz entstehen. Wie Sie Beschwerden erkennen und behandeln sowie ihnen vorbeugen können.

(Chiara Leonardi, geschäftsführende Apothekerin in Co-Leitung, Medbase Apotheke Zürich HB)

Vaginalpilz vorbeugen

#1 Nach dem Schwimmen Toilette aufsuchen: So wird die Harnröhre durchgespült, und mögliche Keime werden ausgeschwemmt.
#2 Nasse Badekleidung rasch wechseln: Feuchtigkeit und Wärme begünstigen das Wachstum von Hefepilzen.
#3 Tampons regelmässig wechseln.
#4 Atmungsaktive Unterwäsche tragen: Synthetische Materialien fördern das Schwitzen.
#5 Sanfte Intimhygiene: In der Regel reicht lauwarmes Wasser. Für trockene Haut im Genitalbereich gibt es spezielle fettende Cremes.
#6 Intimbehaarung kurz halten: So kann sich weniger Feuchtigkeit stauen.
#7 Duschtücher nicht teilen: Duschtuch nur selbst verwenden und bei 60 Grad mit Vollwaschmittel oder einem desinfizierenden Waschmittel aus der Apotheke waschen.

Vaginalpilz kurz erklärt

Vaginalpilz zählt zu den häufigsten Infektionen im Intimbereich von Frauen. Medizinisch spricht man von Soorvaginitis, Soorkolpitis oder Vaginalmykose. Verursacht wird die Erkrankung meist durch Hefepilze, hauptsächlich von Candida albicans. Hefepilze gehören bei vielen Menschen zur natürlichen Darm sowie Hautflora und sind bei Frauen auch Teil der Vaginalflora. Beschwerden entstehen in der Regel erst, wenn sich die Pilze stark vermehren.

So kommt es dazu

Pilze lieben ein feuchtwarmes Milieu. Hält dieses im Intimbereich über längere Zeit an, entsteht häufig ein Ungleichgewicht der Vaginalflora. Gerade im Sommer, wenn beispielsweise nasse Badekleidung oder verschwitzte Sportkleidung lange getragen wird, kann dies das Wachstum von Hefepilzen und anderen Mikroorganismen begünstigen. Eine übertriebene Intimhygiene stört das Gleichgewicht der Vaginalflora ebenfalls. Die Anzahl der schützenden Milchsäurebakterien verringert sich, und die natürliche Schutzbarriere wird geschwächt. Auch Keime aus stehenden Gewässern, etwa Badeseen, Schwimmbädern oder Pools mit unzureichend kontrollierter Wasserqualität, können in den Körper gelangen. Unabhängig von der Saison begünstigen
weitere Risikofaktoren eine Vaginalmykose. Dazu zählen Allergien, Diabetes, Neurodermitis, Schilddrüsenfunktionsstörung und eine geschwächte Abwehr. Auch ein erhöhter Östrogenspiegel – etwa durch Hormonpräparate oder kurz vor der 
Menstruation – kann die Entstehung beeinflussen.

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Unterschied zur Blasenentzündung

Vaginalmykose und Blasenentzündung verursachen unterschiedliche Beschwerden. Während Vaginalpilz meist zu Juckreiz, Rötungen und Ausfluss führt, zeigt sich eine Blasenentzündung oft durch häufigen Harndrang, Brennen beim Wasserlassen und Schmerzen im Unterbauch. 
In manchen Fällen treten beide Erkrankungen gleichzeitig auf, da sich Pilze auch in Richtung Harnröhre ausbreiten können.

Die richtige Behandlung

Pilzinfektionen lassen sich mit Medikamenten behandeln, die gezielt gegen Pilze wirken, sogenannten Antimykotika. Ergänzend können Antiseptika zur allgemeinen Keimreduktion eingesetzt werden. Die Wirkstoffe stehen in verschiedenen Darreichungs-formen zur Verfügung. Häufig erfolgt die Behandlung lokal, etwa mit Cremes oder Vaginalzäpfchen. In bestimmten Fällen kommen Tabletten zum Einsatz. Sie wirken im ganzen Körper. Mit diesen Mitteln lassen sich die Beschwerden meistens gut behandeln. Halten sie länger als sieben Tage an oder treten sie erneut auf, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Da Vaginalpilz übertragen werden kann, ist es sinnvoll, während der akuten Phase auf Geschlechtsverkehr zu verzichten. Die Frage, ob auch der Partner oder die Partnerin mitbehandelt werden soll, beantwortet die Hausarzt- oder die Gynäkologiepraxis.

Es empfiehlt sich, auf Reisen ein kleines Notfallset aus der Apotheke mitzunehmen, bestehend aus Vaginalzäpfchen und -creme.

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