05. Juni 2026

Haut im Hitzestress

Haut im Hitzestress

Gerötete, juckende Bläschen treten häufig an heissen Tagen oder bei starkem Schwitzen auf. Die sogenannten Hitzepickel sind zwar unangenehm, aber meistens harmlos. Mit einfachen Massnahmen lassen sich Beschwerden lindern und neue Pickel vermeiden.

(Ines Canivete, geschäftsführende Apothekerin in Co-Leitung, Medbase Apotheke Winterthur Oberi)

Hitzepickel einfach erklärt

Hitzepickel – medizinisch Miliaria – entstehen, wenn Schweissdrüsengänge verstopfen und sich Schweiss unter der Haut staut. Umgangssprachlich werden sie Hitzeausschlag, Schweiss- oder Hitzebläschen genannt. Sie treten häufig bei grosser Hitze oder hoher Luftfeuchtigkeit auf, etwa bei Reisen in tropische Regionen. Auch starkes Schwitzen, zum Beispiel beim Sport, bei körper-licher Arbeit oder während eines fieberhaften Infekts, kann sie auslösen. Die Hautreaktion äussert sich meist in Form von kleinen Bläschen oder Pickelchen. Sie können jucken, sind jedoch harmlos und nicht ansteckend. In der Regel verschwinden sie nach kurzer Zeit wieder.

Besonders betroffen 

Hitzepickel können grundsätzlich in jedem Alter auftreten, wobei starkes Übergewicht das Risiko erhöht. Besonders häufig sind sie bei Säuglingen, weil ihre Schweissdrüsengänge noch nicht vollständig entwickelt sind.

Typische Anzeichen von Hitzepickeln

Hitzepickel kommen vor allem an Körperstellen mit vielen Schweissdrüsen vor, etwa unter den Achseln, am Dekolleté oder am Rücken. Auch Hautfalten, in denen sich Wärme und Schweiss stauen – zum Beispiel Armbeugen, Kniekehlen oder Leiste –, sind häufig betroffen. Es gibt verschiedene Formen des Hitzeausschlags. Je nachdem, in welchem Bereich die Schweiss-drüsengänge verstopfen, unterscheiden sich die Pickel im Aussehen sowie in den Begleit-symptomen.

Die verschiedenen Formen von Hitzepickeln

Hitzepickel werden in verschiedene Formen unterteilt. Bei Miliaria cristallina sind die Schweiss-drüsengänge an der Hautoberfläche verstopft. Es entstehen kleine, klare Bläschen, die meistens rasch wieder verschwinden. Miliaria rubra liegt etwas tiefer in der oberen Hautschicht und zeigt sich durch gerötete, juckende Knötchen. Bei Babys tritt sie häufig im Windelbereich oder am Rumpf auf. 

Seltener ist Miliaria profunda: Hier liegt die Verstopfung noch tiefer in der Haut, wodurch feste Knötchen entstehen, und die betroffenen Hautstellen können kaum noch schwitzen.

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Unterschied zu Sonnenallergie

Auch eine Sonnenallergie kann Hautreaktionen auslösen, die einem Hitzeausschlag ähneln. Rote Knötchen, kleine Bläschen, Quaddeln oder punktförmige Veränderungen, oft begleitet von Juckreiz oder Brennen, sind typisch für die Sonnenallergie. Anders als bei Hitzepickeln wird der Ausschlag durch UV-Strahlen und nicht durch Schweiss ausgelöst. Überwiegend sind Hautstellen betroffen, die direkt der Sonne ausgesetzt waren. Da die Behandlung und die Vorbeugung der Ausschläge unterschiedlich sind, ist es bei Unsicherheit sinnvoll, den Rat einer Fachperson einzuholen.

Was die Haut beruhigt

Hitzepickel sind zwar harmlos, können aber unangenehm sein. Oft reicht es bereits aus, starkes Schwitzen zu vermeiden – dann bilden sich die Pickel meist von selbst zurück. Leichte Kleidung, kühle Räume sowie kalte Kompressen können die Beschwerden lindern. Um Entzündungen vorzubeugen, ist es zudem wichtig, nicht an juckenden Stellen zu kratzen. Ein sanftes Peeling hilft, verstopften Schweissdrüsen vorzubeugen. Ausserdem kann es sinnvoll sein, körperliche Anstrengung wie Sport oder schwere Arbeit bei grosser Hitze zu vermeiden, lauwarm bis kühl zu duschen und auf parfümierte Pflegeprodukte zu verzichten. Empfehlenswert sind Hautpflege- und Sonnenschutzprodukte auf Wasserbasis, ohne Duft- und Konservierungsstoffe. Alkohol, Kaffee, scharfe Gewürze und üppige Mahlzeiten können das Schwitzen verstärken. Dagegen gilt Salbeitee als bewährtes Hausmittel, da er die Schweissproduktion etwas hemmen kann. Bei Babys sollten Eltern die Windeln, wenn möglich, zeitweise weglassen oder häufiger wechseln, damit die Haut trocken bleibt.

Bei starken Beschwerden verschafft in der Regel eine Trockenpinselung mit einer Zinkoxid-Schüttelmixtur Linderung. Schwerer Juckreiz lässt sich gegebenenfalls mit einer ärztlich verordneten kortisonhaltigen Salbe oder einem Antihistaminikum behandeln. Auch bei einer vertieften Beratung in den Medbase Apotheken erhalten Sie die notwendigen Medikamente.

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