25. August 2025

Gerötetes Auge: Was steckt dahinter?

Gerötetes Auge: Was steckt dahinter?

Rote, brennende und tränende Augen? Das könnte ein Hinweis auf eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) sein. Sie zählt zu den häufigsten Augenerkrankungen. Oft lassen sich die Be-schwerden mit sanften Hausmitteln lindern. Doch wann ist ärztlicher Rat gefragt? Augenärztin Karmen Stanic Jurasin klärt auf.

(Expertin: Dr. med. Karmen Stanic Jurasin, Fachärztin Ophthalmologie, Medbase Kriens Mattenhof)

Was ist eine Bindehautentzündung?

Die Bindehaut, in der Fachsprache Konjunktiva genannt, ist eine dünne Schleimhaut, die das innere Augenlid bedeckt und den vorderen, weissen Teil des Augapfels (Sklera) schützt. Ist sie entzündet, spricht man von einer Bindehautentzündung. Typische Anzeichen sind gerötete, brennende und juckende Augen, vermehrter Tränenfluss, das Gefühl, als befände sich ein Fremdkörper im Auge, sowie verklebte Augenlider am Morgen. In schweren Fällen kommt es zu Schwellungen der Lider und zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit.

Was sind die Auslöser?

Die Ursachen sind vielfältig. Häufig wird die Entzündung durch eine Infektion mit Viren oder Bakterien ausgelöst. Virale Bindehautentzündungen, etwa durch Adenoviren, sind besonders ansteckend und treten häufig in Zusammenhang mit grippalen Infekten auf. Bakterielle Formen, verursacht zum Beispiel durch Staphylokokken oder Streptokokken, führen in der Regel zu eitrigem Ausfluss und geröteten Augen. Daneben gibt es zahlreiche Ursachen, die nicht auf Infektionen zurückzuführen sind, beispielsweise Allergien. Insbesondere Pollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben können eine allergische Konjunktivitis auslösen.

Welche Mittel helfen?

Bei einer milden Bindehautentzündung kann eine sanfte Augenreinigung hilfreich sein. Um das Sekret schonend zu entfernen, spülen Sie das Auge mit lauwarmem Wasser aus. Dafür ist ein sauberer, weicher Waschlappen oder ein angefeuchteter Wattebausch geeignet. Von Kamillenteespülungen wird heute abgeraten, da Kamille allergische Reaktionenauslösen kann.

Befeuchten Sie das betroffene Auge mehrmals täglich mit Tränenersatzmittel wie zum Beispiel Hyaluron-Augentropfen. Auch pflanzliche Präparate mit Euphrasia können beruhigend wirken. Bei Schwellungen verschaffen kühlende Umschläge oft Linderung. Verbessert sich der Zustand trotz dieser Massnahmen nicht, sind antibiotische oder kortisonhaltige Augentropfen oder -salben zur Behandlung nötig. Liegt der Bindehautentzündung eine allergische Reaktion zu-grunde, helfen spezielle Augentropfen mit einem Allergiemittel (Antihistaminika). Diese lindern den Juckreiz.

AugenentzündungsCheck in Ihrer Medbase Apotheke

Leiden Sie an einer akuten Rötung Ihrer Augen aufgrund von Allergien oder Infektionen, an einer Lidrandentzündung, unter Gerstenkörnern, Lidekzemen oder an Beschwerden aufgrund von trockenen Augen? Wir beraten Sie gerne zu den Behandlungsmöglichkeiten.


Wann sollte man ärztlichen oder pharmazeutischen Rat einholen?

In der Regel ist eine Bindehautentzündung harmlos und klingt von selbst ab. Wenn sich die Beschwerden trotz getroffener Massnahmen nicht innerhalb weniger Tage bessern, sollte jedoch eine Arztpraxis oder eine Apotheke aufgesucht werden.

Besteht Ansteckungsgefahr?

Ja. Eine Bindehautentzündung ist insbesondere dann ansteckend, wenn sie durch Viren oder Bakterien verursacht wird. In diesen Fällen ist das Ansteckungsrisiko sehr hoch. Trotz sorgfältiger Hygiene lässt sich eine Übertragung der Keime häufig nicht vermeiden. Daher gilt: Waschen und desinfizieren Sie Ihre Hände regelmässig, verwenden Sie Handtücher, Waschlappen und Bett-wäsche nicht gemeinsam mit anderen Personen und reduzieren Sie soziale Kontakte – idealerweise arbeiten Sie im Homeoffice.

Bekommen auch Babys eine Bindehautentzündung?

Ja, das kommt relativ häufig vor. Bei Neugeborenen entsteht eine Bindehautentzündung oft durch Keime, die während der Geburt aus dem Geburtskanal der Mutter übertragen werden. Eine rasche Diagnose und Behandlung mit Antibiotika ist in diesen Fällen entscheidend.

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