29. Juni 2020

Gut vorbereitet in die Ferien

Gut vorbereitet in die Ferien

Weshalb man unbedingt zuckerfreien Kaugummi mit ins Flugzeug nehmen sollte. Und warum ein Farbroller am Strand praktisch ist. Tipps für ungetrübte Ferien.

Vor der Reise

Überlegen Sie sich genau, ob Sie dieses Jahr ins Ausland in die Ferien gehen möchten. Erkundigen Sie sich zuvor, beispielsweise hier, ob in der Feriendestination ein Corona-Risiko besteht.

Vorbereitung
Am besten vier bis sechs Wochen vor der Abreise checken, welche medizinischen Empfehlungen für das Reiseziel gelten. So bleibt genug Zeit, um sich noch impfen zu lassen. Gute Informationen gibt es unter www.safetravel.ch oder www.osir.ch. Wichtige Telefonnummern, etwa der Reiseversicherung, notieren, sodass sie auch bei Verlust des Handys griffbereit sind.

Ärztliche Beratung
Die erste Anlaufstelle für die medizinische Reiseberatung sind Hausärztinnen oder Reisemediziner. Dabei kommen auch Erkrankungen zur Sprache, die schon länger bestehen. Sie gehen bei der Reisevorbereitung oft vergessen. Schwangere, Menschen mit Diabetes, Immunschwäche oder Herz-Kreislauf-Krankheiten sollten sechs bis acht Wochen vor der Reise ihren Hausarzt konsultieren. Er kann eine Bescheinigung ausstellen, wenn das Mitnehmen von Nadeln, Spritzen und bestimmten Medikamenten nötig ist.

Impfungen
Ein Scan des Impfausweises, als Foto auf dem Handy gespeichert, nützt im Notfall. Noch besser ist der elektronische Impfausweis unter www.meineimpfungen.ch. Schnitt- und Stichverletzungen oder Verkehrsunfälle auf Reisen bergen – genau wie zu Hause – das Risiko einer gefährlichen Wundstarrkrampf-Infektion (Tetanus). Deshalb den Impfschutz und Impfausweis à jour halten. Welche Impfungen nötig sind, hängt auch von der Art des Reisens ab. Velofahrer oder Rucksacktouristen etwa machen in fernen Ländern manchmal unangenehme Bekanntschaften mit vierbeinigen «Wadenbeissern». Wegen des Risikos von Hundebissen kann deshalb eine vorgängige Tollwutimpfung sinnvoll sein.

Auf der Reise

Wenn Sie sich in einem Verkehrsmittel befinden, in dem der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zu Mitreisenden während länger als 15 Minuten nicht eingehalten werden kann, oder wenn Sie in der Kabine einem Luftzug durch die Klimaanlage ausgesetzt sind, sollten Sie eine Schutzmaske tragen.

Thrombosen
Bewegung der Beine, Kompressionsstrümpfe und Blutverdünner können auf langen Reisen Thrombosen vorbeugen. Besteht in der Familie ein Risiko dafür, bespricht man die Prophylaxe am besten mit einem Arzt.

Flugzeug
Wichtige Medikamente ins Handgepäck packen. Bei Flugangst kann die Einnahme eines Beruhigungsmittels vor dem Start nützlich sein. Ist die Angst übermächtig, hilft verhaltenstherapeutisches Training. Genügend trinken und Zahnputzkaugummi mit Xylit können Atemwegsinfekten vorbeugen. Denn der Süssstoff Xylit wirkt auch gegen Erkältungsviren. Zudem sorgt das Kauen für eine bessere Befeuchtung der Schleimhaut und fördert den Druckausgleich im Ohr.

Auto
Ausgeschlafen ins Auto steigen, Landschaft und Leute «erfahren», schöne Abstecher machen und alle zwei Stunden eine Pause, um sich zu bewegen – so baut man bereits auf der Fahrt den Stress aus dem Alltagsleben ab, anstatt ihn während der Ferien fortzusetzen. Fahren Sie nach dem Motto «Der Weg ist das Ziel».

Am Ferienort

Es gelten in den Ferien wie auch zu Hause dieselben Schutz- und Verhaltensmassnahmen. Beachten Sie, dass Ihnen bei Fieber oder einer Erkrankung der Oberen Luftwege die Rückreise verwehrt werden könnte und Sie an der Feriendestination in Quarantäne/Isolation müssten.

Sonnenschutz
Die meisten Menschen tragen zu wenig Sonnenschutzmittel auf. Für einen Erwachsenen rechnet man pro Tag fürs Eincremen mit rund sieben Teelöffel voll Sonnencreme. Den Sonnenschutz 20 bis 30 Minuten vor dem Sonnenbad auftragen, damit das Mittel gut antrocknen kann. Singles nehmen am besten einen kleinen Farbroller mit langem Stiel aus dem Baumarkt mit. Damit lässt sich der Rücken eincremen, wenn man allein reist. Eine Alternative ist ein langer Schuhlöffel, der am Ende mit einem Tuch umwickelt wird.

Mückenschutz
Mückenschutzmittel 15 bis 30 Minuten nach dem Sonnenschutzmittel auftragen. Mücken lieben dunkle Flächen und können durch dünne, enganliegende Stoffe stechen. Deswegen wenn möglich helle, weite und langärmlige Kleidung tragen.

Sex
Kondome für den Safer Sex einpacken. In lockerer Ferienstimmung lässt man sich vielleicht auf einen Flirt und etwas mehr ein. Zudem kann in anderen Ländern das Ansteckungsrisiko erheblich höher sein als in der Schweiz. In Kenia zum Beispiel sind schätzungsweise gegen die Hälfte der Prostituierten mit HIV infiziert.

Durchfall
Solange er erträglich ist, nur die Flüssigkeitszufuhr steigern. Der Körper sorgt dafür, dass Erreger oder Giftstoffe, die den Durchfall ausgelöst haben, rasch aus dem Darm befördert werden. Wirkstoffe wie Loperamid können Durchfall oft stoppen. Sind aber noch Erreger oder Giftstoffe im Darm, verbleiben sie dadurch länger im Körper.

Auf der Rückreise

Beachten Sie bitte: falls an Ihrem Ferienort ein erhöhtes Corona-Risiko bestand, kann es sein, dass Sie bei Rückkehr in die Schweiz für zehn Tage in Quarantäne gehen müssen.

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