21. Dezember 2022

Die häufigsten Mythen über Zecken

Die häufigsten Mythen über Zecken

Wer sich gerne in der Natur aufhält, kommt um eine Begegnung mit den gefürchteten Winzlingen kaum herum. Erfahren Sie Wissenswertes rund um das Thema Zecken.

Kaum wird es wärmer, zieht es uns vermehrt nach draussen. Auch die kleinen Blutsauger erwachen aus der Winterstarre und kriechen wieder hervor. Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen. Daher ist es wichtig, über die Spinnentierchen Bescheid zu wissen. Lernen Sie, wie Sie sich schützen können, was im Falle eines Stichs zu tun ist und welche Mythen sich hartnäckig halten.

Mythos 1: Zecken beissen

Zecken stechen ähnlich wie Insekten. Mit ihrem Stechapparat, der mit kleinen Widerhaken ausgestattet ist, verankern Sie sich in der Haut Ihres Wirtes. In den Speicheldrüsen produziert die Zecke zudem eine Art Klebstoff, den «Zeckenzement», mit dem sie ihren Stechapparat zusätzlich fixiert.

Mythos 2: Zecken herausdrehen

Zecken werden am besten mit einer Pinzette, zwei Fingernägeln oder einer «Zeckenkarte» entfernt. Damit fasst man sie knapp über der Haut und zieht sie behutsam heraus, ohne zu drehen. Danach sollte die Stichstelle desinfiziert und mit einem Stift umrandet werden, um Veränderungen der Hautstelle besser zu erkennen. Die Stelle etwa sechs Wochen im Auge behalten. Wichtig ist, die Zecke rasch zu entfernen. Je länger das Spinnentier festgesaugt ist, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass es Krankheitserreger überträgt.

Mythos 3: In Öl ertränken

Die Blutsauger vor dem Entfernen mit Nagellack, Fett oder Öl zu ersticken, ist keine gute Idee. Im Todeskampf kann die Zecke noch mehr Krankheitserreger aus dem Darm oder den Speicheldrüsen übertragen. Deshalb sollte auch der Bauch beim Herausziehen nicht gequetscht werden.

Mythos 4: Der Kopf bleibt stecken

Zecken haben keinen Kopf. Allenfalls bleiben beim Herausziehen Teile ihres Stechapparats in der Haut stecken. Dies ist jedoch kein Grund zur Sorge. Die Stichstelle desinfizieren und abwarten. Der Körper schafft Überbleibsel von allein heraus. Falls sie nach fünf Tagen noch in der Haut stecken, kann eine Ärztin oder ein Arzt diese entfernen.

Mythos 5: Impfung schützt vor Zeckenstich

Vor Zeckenstichen bietet die Impfung keinen Schutz – dagegen vor der Viruserkrankung FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), zu Deutsch Frühsommer-Hirnhaut- und Hirnentzündung. FSME kann durch Zecken übertragen werden. Die Tiere können zudem noch andere Virenarten, Bakterien und Parasiten in sich tragen. In der Schweiz sind die häufigsten durch Zecken übertragenen Krankheiten Borreliose und FSME.

Mythos 6: Rote Stichstelle bedeutet Borreliose

Eine kleine, punktförmige Rötung direkt an der Stichstelle ist meist eine harmlose Reaktion auf den Stich. Der Borreliose-Hautausschlag (die Wanderröte) dagegen hat einen Durchmesser von mindestens fünf Zentimetern und dehnt sich allmählich aus. Er tritt 3 bis 30 Tage nach dem Zeckenstich auf, häufig an der Körperstelle des Stichs. Die Wanderröte kann von allein wieder verschwinden. Die Borrelien können trotzdem noch im Körper sein und Gelenke oder das Nervensystem befallen. Ein Antibiotikum macht ihnen den Garaus. Weil Borreliose auch atypische Hautausschläge verursachen kann, sollte im Zweifelsfall eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.

Mythos 7: Jeder Zeckenstich ist gefährlich

Die meisten Zeckenstiche werden weder bemerkt noch haben sie Folgen. Von 100’000 Zeckenstichen führen in der Schweiz statistisch circa 1000 bis 5000 zu einer Borrelieninfektion – von der nur etwa 10 bis 50 Personen etwas bemerken. Noch seltener ist die FSME: Von 100’000 gestochenen Personen erkranken statistisch höchstens 300 bis 900 kurz an einem grippeähnlichen Infekt, der meist ausheilt. 30 bis 90 Personen – vor allem ältere Menschen – bekommen einen zweiten, schweren Krankheitsschub.

Tipps zur Vorbeugung

#1 
Bleiben Sie auf dem Weg. Zecken lauern vor allem an Weg- und Waldrändern: auf Grashalmen, im Gestrüpp, auf Büschen und im Unterholz.

#2
Tragen Sie helle Kleidung. Darauf sind die Winzlinge besser erkennbar.

#3
Ziehen Sie für den Aufenthalt im Wald oder auf Wiesen lange, gut abschliessende Kleidung an. Stülpen Sie Ihre Socken über die Hose.

#4
Sprühen Sie ein Anti-Zeckenspray auf Kleider, Schuhe und Haut.

#5
Untersuchen Sie nach einem Aufenthalt im Wald Körper und Kleidung nach den Spinnentieren. Typische Stichstellen sind Beine, Leisten, Achseln, Gürtellinie, Hals, Nacken, bei Kindern auch der behaarte Kopf.

#6
Suchen Sie eine Ärztin oder einen Arzt auf, falls es in den Tagen oder Wochen nach einem Stich zu einer Hautrötung kommt, grippeähnliche Beschwerden und Kopf- oder Gelenkschmerzen auftreten.

#7
Wenn Sie sich gegen FSME impfen lassen wollen: Denken Sie rechtzeitig, also vor Beginn der Zeckensaison, daran! Ist der Januar warm, sind die Zecken schon im Februar aktiv.

Zeckenimpfung

Ein Zeckenstich kann eine Entzündung der Hirnhaut und des Gehirns auslösen, wenn dabei das FSME-Virus übertragen wird. Das Virus schädigt das zentrale Nervensystem. Leider helfen Antibiotika nicht, man kann lediglich die Symptome bekämpfen. Die Impfung ist ein effektiver Schutz vor allem für Menschen, die sich häufig in Zeckengebieten aufhalten.

  • Der ideale Zeitpunkt für die Zeckenimpfung ist im Januar und Februar.
  • Für die vollständige Immunisierung werden drei Injektionen benötigt. Die letzte Impfung erfolgt fünf bis zwölf Monate nach der zweiten Injektion und bietet einen Langzeitschutz von mindestens zehn Jahren.
  • In der Apotheke können gesunde Personen ab 16 Jahren geimpft werden. (Ausnahme: Kanton Basel-Stadt ab 18 Jahren)

Weitere Informationen zur Zeckenimpfung.

ZeckenCheck

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Trifft Folgendes auf Sie zu?

  • Sie wurden von einer Zecke gestochen und möchten Sie entfernen lassen
  • Sie haben eine Zecke entfernt und möchten wissen, wie Sie sich in den nächsten Tagen und Wochen verhalten müssen
  • Sie wohnen in einem Zecken-Risikogebiet und möchten gerne eine fachmännische Beratung
  • Sie haben eine Zecke entfernt und nun verunsichert Sie die entstandene Rötung

Weitere Informationen zum ZeckenCheck.

 

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