30. Dezember 2021

Die häufigsten Mythen über Zecken

Die häufigsten Mythen über Zecken

Schützen Sie sich vor Zecken und somit vor gefährlichen Krankheiten.

 

Acht Irrtümer zu Zecken

Kaum wird es wärmer, kriechen die gefürchteten Winzlinge wieder hervor. Die wichtigsten Fakten zu verschiedenen Mythen über Zecken und wir klären diese für Sie auf.

 

Mythos 1

Zecken beissen

Irrtum, Zecken stechen. Sie verankern sich mit ihrem Stechapparat, der kleine Widerhaken trägt. In ihren Speicheldrüsen produziert die Zecke zudem eine Art schnell aushärtenden Zement, mit dem sie ihren Stechapparat in der Haut fixiert.

Mythos 2

Zecken soll man herausdrehen

Nein. Am besten fasst man sie knapp über der Haut mit einer Pinzette, zwei Fingernägeln oder einer «Zeckenkarte» und zieht sie behutsam heraus. Danach die Stichstelle desinfizieren, mit einem Stift umranden und etwa sechs Wochen lang im Auge behalten. Wichtig ist, sie rasch zu entfernen. Denn je länger eine Zecke haftet, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie Krankheitserreger überträgt.

Mythos 3

Die Zecke vor dem Entfernen mit Nagellack, Fett oder Öl ersticken

Bitte nicht. Denn im Todeskampf kann die Zecke noch Krankheitserreger aus dem Darm oder den Speicheldrüsen übertragen. Auch ihren Bauch sollte man deshalb möglichst beim Herausziehen nicht quetschen.

Mythos 4

Beim Herausziehen der Zecke kann ihr Kopf abreissen

Zecken haben gar keinen Kopf. Wenn Teile ihres Stechapparats in der Haut verbleiben, ist das kein Grund zur Sorge. Einfach desinfizieren und zuwarten. Der Körper schafft diese Überbleibsel von allein heraus. Falls sie nach fünf Tagen noch immer in der Haut stecken, kann ein Arzt sie entfernen.

Mythos 5

Wer gegen Zecken geimpft ist, wird nicht gestochen

Schön wärs. Die Impfung schützt einzig vor der Viruserkrankung «FSME» («Frühsommer-Hirnhaut- und Hirnentzündung»), die durch Zecken übertragen werden kann. Zecken können aber noch andere Virenarten, Bakterien und Parasiten beherbergen. In der Schweiz sind die häufigsten durch Zecken übertragenen Krankheiten die Borreliose und die FSME.

Mythos 6

Die Borreliose erkennt man am typischen Hautauschlag

Nur etwa die Hälfte der Menschen, die mit Borrelien-Bakterien angesteckt werden, bekommt eine sogenannte «Wanderröte». Das ist ein runder, roter Hautausschlag, der sich allmählich ausdehnt. Er tritt drei bis 30 Tage nach dem Zeckenstich auf, häufig dort, wo die Zecke war. Die Wanderröte kann von allein wieder verschwinden. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass die Infektion überwunden ist. Die Borrelien können trotzdem noch im Körper sein und Gelenke oder das Nervensystem befallen. Ein Antibiotikum macht ihnen den Garaus.

Mythos 7

Wenn die Haut an der Stichstelle rot wird, ist das eine Borreliose

Eine kleine, punktförmige Rötung direkt an der Stichstelle ist fast immer eine harmlose Reaktion auf den Stich. Der Borreliose-Hautausschlag (die Wanderröte) dagegen hat einen Durchmesser von mindestens fünf Zentimeter. Weil die Borreliose auch atypische Hautausschläge verursachen kann, sollte man im Zweifelsfall zum Arzt gehen.

Mythos 8

Jeder Zeckenstich ist gefährlich

Die meisten Zeckenstiche werden gar nicht bemerkt und haben auch keine Folgen. Von 100’000 Zeckenstichen führen in der Schweiz statistisch circa 1’000 bis 5’000 zu einer Borrelieninfektion – von der aber nur etwa 10 bis 50 Personen etwas bemerken. Noch seltener ist die FSME: Von 100’000 gestochenen Personen erkranken statistisch höchstens 300 bis 900 kurz an einem grippeähnlichen Infekt, der meist ausheilt. 30 bis 90 Personen aber – vor allem ältere – bekommen noch einen zweiten, schweren Krankheitssschub.

Tipps zur Vorbeugung

#1
Zecken lauern vor allem an Weg- und Waldrändern:
Auf Grashalmen, im Gestrüpp, auf Büschen und im Unterholz

#2
Auf heller Kleidung sind Zecken besser erkennbar.

#3
Kleider sollten den Körper weitgehend bedecken.
Socken über die Hose stülpen.

#4
Anti-Zeckenspray auf Kleider, Schuhe und Haut sprühen.

#5
Nach dem Spaziergang den Körper auf Zecken absuchen.
Typische Stichstellen sind Beine, Leisten, Achseln, Gürtellinie, Hals, Nacken, bei Kindern auch der behaarte Kopf.

#6
Falls es in den Tagen oder Woche nach einem Stich zu einer Hautrötung kommt, Kopf- oder Gelenkschmerzen auftreten oder grippeähnliche Beschwerden, sollte man zum Arzt gehen.

#7
Wer sich gegen FSME impfen lassen will: Rechtzeitig vor Beginn der Zeckensaison daran denken! Ist der Januar warm, sind die kleinen Spinnentiere schon im Februar aktiv.

Zeckenimpfung

Ein Zeckenstich kann eine Entzündung der Hirnhaut und des Gehirns auslösen, wenn dabei das FSME-Virus übertragen wird. Das Virus schädigt das zentrale Nervensystem. Leider helfen Antibiotika nicht, man kann lediglich die Symptome bekämpfen. Die Impfung ist ein effektiver Schutz vor allem für Menschen, die sich häufig in Zeckengebieten aufhalten.

  • Der ideale Zeitpunkt für die Zeckenimpfung ist im Januar und Februar.
  • Für die vollständige Immunisierung werden drei Injektionen benötigt. Die letzte Impfung erfolgt fünf bis zwölf Monate nach der zweiten Injektion und bietet einen Langzeitschutz von mindestens zehn Jahren.
  • In der Apotheke können gesunde Personen ab 16 Jahren geimpft werden. (Ausnahme: Kanton Basel-Stadt ab 18 Jahren)

Weitere Informationen zur Zeckenimpfung

 

 

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